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Historie

Die Anfänge

Die Anfänge des Flugplatzes lassen sich auf Vereinsbildungen bereits Ende der 20er Jahre zurückführen. Im Pirnaer Anzeiger erschien 1928 ein Aufruf der Akaflieg TH Dresden (Akademische Fliegergruppe der Technischen Hochschule Dresden) zur Bildung eines Flugvereins im Deutschen Luftfahrt Verein e.V. Spontan trafen sich 10 Luftfahrtbegeisterte zu der von Studienrat Thieme und Ingenieur Nebelung im Pirnaer Amtshof initiierten Gründungsveranstaltung.

Spenden und Eigenbau

Der Verein finanzierte sich durch Beiträge und gelegentliche Spenden. Mit eigenem handwerklichen Schaffen bauten die Mitglieder die Flugzeuge und technisches Gerät größtenteils selbst. Das Segelflugzeug "Zögling" und ein Doppelsitzer des Typs "Popenhausen" bildeten bald den Flugzeugpark. Berthelsdorf bei Neustadt und der Pirnaer Kohlberg waren die ersten Übungsgelände. Man war immer auf "Achse" und nahm als Pirnaer Verein sogar an Rhönwettbewerben teil.

Wasserkuppe

Diese alljährlichen Segelflugtreffen auf der Wasserkuppe, einem wenig bewaldeten Berg inmitten der südwestlich des Thüringer Waldes gelegenen Rhön, waren damals die wichtigste Begegnungsstätte der deutschen Segelflieger. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte alle sportfliegerischen Aktivitäten in Deutschland zum Erliegen.

Fluglehrer Heinz Andrä

Erst 1952 konnten sich in Pirna wieder Flugsportenthusiasten zusammentun, um vom Recht auf den Bau von Flugmodellen und die Ausübung des Segelflugs auf niedrigstem Niveau so schnell wie möglich Gebrauch zu machen. Heinz Andrä ist hier zu nennen, der als erster Nachkriegsfluglehrer einer sich erstaunlich schnell zusammenfindenden Gruppe fliegerisches Gefühl vermittelte

Schulgleiter SG 38

Alles musste selbst zusammengetragen werden. Irgendwoher kam ein Gummiseil, der Schulgleiter SG 38 war amtlich registriert und sogar zugelassen. Einmal "landete" der SG 38 in einem Getreidefeld, Holz splitterte und für etwa zwei Jahre war es vorbei mit dem Traum vom Fliegen. Die Reparatur des Gleiters fand statt und beendete 1955 diese Phase der Pirnaer Fluggeschichte.

Elbwiese in Dresden

Für die Mitglieder der Sparte Segelflug begannen drei Jahre des Wanderns und Einmietens auf anderen Flugplätzen wie Riesa-Göhlis und Bautzen-Klix. Die Grundausbildung fand auf der Elbwiese mitten in Dresden statt.

FES 530 Lehrmeister

Startbereit Das erste eigene Flugzeug kam aus dem Apparatebau Lommatsch bei Meißen und hieß FES 530 Lehrmeister. Für damalige Verhältnisse einmalig, war der VEB Entwicklungsbau Pirna als Halter vermerkt.

Flugplatz der Gemeinde Pratzschwitz

Aber einen eigenen Flugplatz gab es nicht. Die ersten Bemühungen galten ehemaligen Fluggeländen wie am Kohlberg und Driebenberg. Doch weltweit gab es nach dem Krieg in der Segelfliegerei so rasche und verheißungsvolle technische Fortschritte, dass es ratsam erschien, mindestens 1200 m Schleppstrecke anzustreben. Niedrige Bodenwertzahlen machten den jetzigen Flugplatz in der Gemeinde Pratzschwitz aufmerksam. Im Jahre 1958 konnte der erste Start auf dem neuen Fluggelände erfolgen. Auch wenn in diesem Geburtsjahr von einem richtigen Flugplatz mit Hallen und Gebäuden noch keine Rede sein konnte. Der im guten Einvernehmen mit der Gemeinde entstandene Flugplatz Pirna-Pratzschwitz erforderte eine unglaublich aufwendige Sanierung, die sich bis etwa 1975 hinzog.

Oldtimer Treffen

Oldtimer Treffen Zu Beginn der 70er Jahre kamen Segel- und Motorflieger der Technischen Universität Dresden hinzu. Neue, leistungsfähige Segelflugzeuge erlaubten jetzt auch weite Flüge über der Sächsischen Schweiz, der Lausitz und dem Erzgebirge. Wettkämpfe auf Bezirks- und Republikebene wurden zum festen Bestandteil des fliegerischen Lebens.

Schliessung grenznaher Flugplätze

Leider fand diese Entwicklung 1979 ein jähes Ende. In der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), dem alleinigen Träger aller sportfliegerischen Aktivitäten in der DDR, findet ein Führungswechsel statt. Etliche, vor allem grenznahe Flugplätze wurden geschlossen und der sportliche Aspekt des Segelfliegens trat in den Hintergrund. Viele Segelflieger wurden vor die Wahl gestellt, entweder die Fliegerei oder verwandtschaftliche Beziehungen in den anderen Teil Deutschlands aufzugeben und entschieden sich für ihre Familien. Mitte der 80er Jahre erhielt die Sportfliegerei wieder mehr Freiraum.

Die Wende

Erst die Wende in der DDR erlaubte ab 1990 die Unabhängigkeit der sich gründenden Flugsportvereine von staatlichen Einflüssen und die Rückkehr zur Sport- und Hobbyfliegerei ohne politische Bevormundung. In dieses Jahr fiel die Gründung des Aeroclub Pirna e.V. Erstmals in der Geschichte des Flugplatzes Pirna-Pratzschwitz bestimmte ein von den Mitgliedern gewählter Vorstand und kein von der GST eingesetzter Funktionär die Geschicke der Pirnaer Segelflieger.